Analysen & Casestudies

Performance Measurement im öffentlichen Sektor

Analyse, 25.03.2010
Performance Measurement im öffentlichen Sektor

Vor dem Hintergrund der sich verschärfenden Finanzmittelknappheit der öffentlichen Hand gewinnt die Evaluation der Leistungserstellungsprozesse im öffentlichen Sektor zunehmend an Bedeutung.

Da in diesem Bereich Marktpreise zur Bewertung der Leistungserstellung jedoch vielfach nicht zur Verfügung stehen, stellt sich die Frage nach der „richtigen“ Gewichtung der unterschiedlichen Leistungsindikatoren, die für die Beurteilung der Performance herangezogen werden. Erfolgt solch eine Gewichtung nur aufgrund subjektiver Einschätzungen oder Interessen, so setzt sie sich möglicherweise dem Vorwurf der Willkür aus. Genau an diesem Punkt setzt die so genannte Data Envelopment Analysis (DEA) als Instrument des Performance Measurement an. Sie gestattet die Aggregation verschiedenartiger – auch nicht-monetärer – Leistungsindikatoren zu einer aussagekräftigen Effizienzkennzahl, ohne die Vorgabe von Gewichtungen für diese Leistungsindikatoren zu erfordern.

In dem Aufsatz von Michael Gutierrez wird die Anwendung und Weiterentwicklung dieses Instruments im Hochschulsektor gezeigt. Der Einsatz der DEA ist jedoch keineswegs auf diesen Bereich beschränkt; vielmehr wurde und wird sie – vor allem im anglo-amerikanischen Sprachraum – in zahlreichen weiteren Bereichen des öffentlichen Sektors, wie z. B. dem Gesundheitswesen oder Behörden, angewendet. Darüber hinaus findet die DEA auch in der Privatwirtschaft zunehmende Beachtung, etwa bei der Lieferantenbewertung und -auswahl, der Gestaltung von Distributionssystemen, der Standortplanung oder bei der Effizienzanalyse von Banken und Versicherungen.

Der genannte Aufsatz ist beim Gabler-Verlag in der Zeitschrift für Betriebswirtschaft, ZfB-Special Issue 5/2007, erschienen.